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Dieter Bohlen als Alpha Tier von DSDS: Haben Manuel, Menowin & Mehrzad überhaupt genug Raum zu Entfaltung?
Der folgende Beitrag stammt von Gastautorin Lia.
Ich bin keine DSDS-Expertin. Von allen bisherigen Staffeln habe ich lediglich die erste und die jetzige gesehen. Ich würde mich nicht einmal als Popmusik-Fan bezeichnen. Und trotzdem habe ich, nachdem ich zufällig beim Zappen bei der diesjährigen Staffel hängengeblieben bin (es war die Karibik-Casting-Folge, bei der Mehrzad und Menowin ihr traumhaft gutes Duett ablieferten), jede Folge gesehen. Und jetzt, kurz vor dem Halbfinale, habe ich diese Seite entdeckt und irgendetwas hat mich dazu bewegt, auch meinen Senf zu DSDS abzugeben.
Und nur um es nochmal in Erinnerung zu rufen: Es handelt sich hierbei um meinen höchstpersönlichen Senf. Ich kenne keinen einzelnen der Kandidaten, ich wohne nicht im Loft, ich habe keine Zelle mit Menowin geteilt oder bin verwandt oder verschwägert. Ich bin einfach nur aus welchen Gründen auch immer von dieser Staffel fasziniert.
Irgendjemand schrieb hier eine sehr interessante Abhandlung zu dem Format DSDS. Und ich stimme dem Gastautor (den Namen habe ich nicht mehr parat) zu, daß dieses Format sich sehr von anderen, ähnlich gelagerten Castingsendungen unterscheidet. Schaut man ins Ausland, so kann man feststellen, daß eine große Zahl der Sieger dort nicht nur national, sondern auch international erfolgreich sind. Ich möchte nicht so weit gehen, zu behaupten, das läge daran, daß Deutschland keine Talente in dieser Größenordnung habe. Ich glaube aber, daß DSDS an einer Sache besonders krankt, und das ist Dieter Bohlen. Das Problem besteht meiner Ansicht nach darin, daß Dieter Bohlen eine sehr eindimensionale Sicht auf Erfolg hat. Und wieso auch nicht, ist er doch selbst höchst erfolgreich gewesen mit quasi einem einzigen Song, der hundertfach kopiert, leicht variiert und doch immer der gleiche gewesen ist. Inwiefern wirkt sich das jetzt auf das Format aus? Zumindest ist er ehrlich genug, aus seiner Masche kein Geheimnis zu machen. Und wenn man mal ein wenig im Internet stöbert, dann findet man immer das gleiche Muster: Ein junger Mensch geht als Sieger aus einer Staffel hervor, bekommt einen Song, eine CD. Und die Musik ist Wischiwaschi, interpretatorisch meist keine große Herausforderung, steigt hoch ein und sechs Monate später erinnert sich niemand mehr daran, daß da ein hoffnungsvolles mehr oder weniger ausgeprägtes Talent einmal in der Musikbranche Fuß fassen wollte. (Es brennt mir ja auf den Fingern, aber ich erspare Euch eine längere Abhandlung über meine mehr oder weniger fundierten Ansichten zu den Praktiken in der Musikindustrie als solche.)
Es wird ja sehr ausgiebig über die beiden so genannten Top-Favoriten diskutiert und gestritten. Und um zu verdeutlichen, worauf ich hinaus will, muß ich auch kurz etwas dazu schreiben, denn ich habe mir die Mühe gemacht, alle Folgen nochmal anzusehen und etwas genauer hinzuschauen und auch hinzuhören, als ich das bei der ersten Ausstrahlung getan habe. Menowin ist unbestreitbar ein hervorragender Sänger und Tänzer und dominierte schon vom ersten Auftritt an die Staffel. Gepusht von Bohlen und seinem eigenen Ehrgeiz hat er, zumindest bis vor kurzem, auch grandiose Auftritte abgeliefert. Und dennoch...dennoch habe ich ein Problem mit ihm. Das hat nichts mit seiner Persönlichkeit oder seiner Vergangenheit zu tun (über die mehr als genug geschrieben und berichtet wurde). Natürlich kann man diese Aspekte niemals ganz ausblenden, sind sie doch untrennbar ein Teil dessen, was Menowin ist und wirken sich darum auch auf seine Kunst aus. Mein Problem ist vielmehr das, was aus Menowin im Verlauf der Staffel geworden ist. Natürlich schlachtet RTL jedes noch so pikante Detail aus dem Privatleben seiner Kandidaten aus. Bohlen nannte das „polarisieren" (und man kann den Schlagzeilen ja auch kaum entkommen). Viel schlimmer aber ist das, was ich jeden Samstag von ihm zu sehen bekomme. Und das ist ein großartiger Künstler, der in eine viel zu enge Schablone gezwungen wird. Der Schmuse-Gangster mit der unverwechselbaren Stimme. Der großartige Tänzer mit den knackigen Bewegungen. Der arme Junge aus schlechtem Haus mit der gnädig gewährten und mit Penetranz erwähnten „Zweiten Chance". Und das immer und immer wieder. Prinzip XYZ ist für erfolgreich befunden worden und darum muß der arme Kerl das Programm abspulen. Und in seinem Hunger nach Anerkennung und, ja, abgedroschen, Liebe und Erfolg zappelt sich Menowin wie ein Duracel-Hase bald hundertfach kopiert, leicht variiert und doch immer gleich durch Songs, die sich ebenfalls gleichen.
Dagegen steht Mehrzad, älter, vielleicht gefestigter in seiner Person, ähnlich traumatisiert, mit einem ähnlichen Hunger nach dem, was DSDS verspricht. Mit einer ebenfalls grandiosen Stimme, vielleicht noch nicht so gereift, vielleicht nicht so unverwechselbar aber mit mehr Bandbreite und mehr Variationsmöglichkeit. Das „hammermäßige" Duett der beiden hatte vor allem mit Mehrzad zu tun, der die Gabe besitzt, mit seiner Stimme zurückzutreten, das Beste aus den anderen hervorzuholen. Das hat er bei Olivera bewiesen, das hat er bei dem Duett mit Menowin gezeigt. Aber er kann auch als Solokünstler bestechen, er hat, genauso wie Menowin, ein hervorragendes Timing, tolle Phrasierungen, pointierte Betonungen und eine mitreißende Begeisterung für Musik.
Beim Durchsehen der Folgen fiel mir, so wie vielen anderen auch, auf, daß die Staffel um Menowin herum aufgebaut wurde. In bewährter Manier wurden in der ersten Mottoshow Paare gegeneinander aufgestellt, um es dem Zuschauer zu erleichtern, am Ende Menowin und Kandidat Dreifragezeichen ins Finale zu wählen. Da waren Nelson und Manuel mit ihren leider viel zu seichten Schmusepopsongs. Der Checker und Helmut, die Partycracks. Die Bauernopfer Steffi und Plüschi, die man brauchte, um sie rauswählen zu können. Die beiden Quoten-„Diven" Kim und Ines, dazu verdammt, auf Stöckelschuhen herumzutorkeln und gnadenlos überfordert überbewertete Lieder von irgendwelchen sogenannten Popdiven zu trällern. Und eben Mehrzad und Menowin. Das bemerkenswerte: Mehrzad war am Anfang nicht einmal wirklich wichtig für die Staffel. Er gehörte ebenso wie alle anderen zu den Statisten rund um Menowin, dessen Sieg schon fest stand. Und in den ersten Entscheidungsshows präsentierte Mehrzad sich nicht einmal wirklich sympatisch oder besonders gut. Nichts war übrig von dem, was er in den Recalls geleistet hatte. Da schmonzerte sich eine Xavier-Naidoo-Kopie durch Songs, schon ganz gut, aber eben nicht mehr. Neben einem Menowin, der mit seiner Energie anscheinend halb Deutschland dazu antreiben konnte, sich wippend, klatschend und kopfnickend zu betätigen, verblaßte Mehrzad immer mehr. Und dann kam die zweite Mottoshow. Eine grundsolide Leistung, lauwarm von Dieter Bohlen gelobt, wieder einmal weniger anregend als Menowin. Die Belohnung war dennoch das direkte Weiterkommen (bei der Konkurrenz kein Wunder).
Habt Ihr Euch auch schon mal gefragt, was die sich da immer in die Ohren nuscheln? Manchmal kann man etwas verstehen. Und das, was Mehrzad zu Bohlen sagte, sogar in Bruchstücken sehr gut: „Bitte sag denen, die sollen mir bessere Songs geben. (...) Ich komme auch so weiter. Ich fühle mich eingeengt von den Songs." Die Kritik von Bohlen und Mehrzads Antwort darauf wurde mir so viel verständlicher. Natürlich sollen die Kandidaten Songs singen, die sie herausfordern, die ihnen nicht auf Anhieb liegen. So wird es zumindest verkauft. Aber in Mehrzads Aussage steckt noch viel mehr drin. Da wird plötzlich klar, weshalb ein Nelson so früh scheitern mußte. Oder warum eine Ines, deren Sangeskunst zwar weit hinter der der Männer liegt, sich immer wieder an Tonlagen abkämpfte, die einfach nicht die ihre waren. Oder ein Manuel plötzlich strampeln und hampeln muß zu Titeln, die wenig bis gar nicht zu seiner Stimme, jedoch zu der Schublade passen, in die er gesteckt wurde. Und es wird auch klar, weshalb ein Mehrzad plötzlich Titel singt, die so ganz anders sind als die, die er in vorangegangenen Sendungen gesungen hat (seine Shaggy-Version fand ich übrigens großartig) und weshalb er ungleich sicherer und von sich selbst überzeugter wirkt: Er kann, in dem abgesteckten Rahmen der Sendung, mehr er selbst sein, experimentieren, an sich arbeiten. Die Kritik, er habe sich falsche Titel ausgesucht, zeugt auch davon. Er hat jeden dieser „falschen" Titel herausragend vorgetragen (auch wenn er ab und an Gefühl mit Kraft zu verstärken versucht und dadurch die Töne ins Schräge drückt). „Falsch" sind die Titel nur deshalb, weil sie nicht zu dem souligen perwollenen Image passen, das ihm DSDS verpassen will. Die größten Künstler der Musikszene präsentieren sich meist vielseitig, um aktuell zu bleiben. Spezialisten produzieren One-Hit-Wonder.
Ich weiß nicht, weshalb Menowin wirklich so abgebaut hat. Vielleicht ist es der wachsende Druck, vielleicht sein Ego, vielleicht die Reaktion auf menschlichen Neid und menschliche Schwäche (wobei Ursache und Wirkung hinlänglich von Fans der jeweiligen Seite durchgekaut wurden). Ich jedenfalls kann mir nicht vorstellen, daß ein so guter Sänger wie es Menowin ist, nicht irgendwann an die Grenzen stößt, die ihm die Sendung auferlegt. Bei DSDS werden Talente gnadenlos beschnitten und zurechtgestutzt. Ich könnte mir durchaus vorstellen, daß ein Menowin sich unterbewußt und durchaus nachvollziehbar durch Leistungsverweigerung wehrt.
Bleibt mir nur zu wünschen, daß Manuel die Staffel gewinnt. Und bevor alle jetzt aufschreien: Ja, ich bin ein Mehrzad-Fan. Weshalb sollte ich mir also wünschen, daß grade der als Puffer aufgestellte, völig farblos gezeichnete (garantiert im realen Leben viel lebendigere) Manuel gewinnt? Weil ich das Gefühl nicht loswerde, daß grade er es besser verkraften kann, eine zeitlich begrenzte Erscheinung mit mittelmäßigen Songs produzierte Kunstfigur zu sein. Denn dafür sind sowohl Menowin als auch Mehrzad viel zu gute Sänger. Menowin ist durch die Sendung fast schon in einer Sackgasse angekommen. Bei ihm sieht man keine Entwicklung, keine Erweiterung des Repertoires, keine Steigerung und ein lieblos behandeltes und ungepflegtes Talent verkümmert irgendwann. Und bei Mehrzad ist noch lange nicht Ende der Fahnenstange. Vom netten Backgroundsänger hat er es weit gebracht und sich bisher an vielen Stilen probiert und seine schon vorher sehr klangfarbenprächtige Stimme mit dem großen Umfang hat sich von Sendung zu Sendung weiterentwickelt. Darum hoffe ich, daß ein guter Produzent sich die beiden schnappt, wenn Manuel gewonnen hat und mit ein wenig Zeit, gutem Vocalcoaching und Songs, die die beiden wirklich singen wollen, zwei Künstler hervorbringt, die zumindest in der Anlage das Zeug hätten, nachhaltig in der deutschen Musikszene präsent zu sein.
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Ein sehr gelungener Artikel! Sowohl formal als auch inhaltlich gut aufgebaut und nachvollziehbar.
Auch ich halte Menowin für ein großartiges Talent, dass leider an dem immensen Druck langsam, aber sicher zerbricht. Vor unseren Augen. Und die Medien schlachten jeden Mist um ihn aus. Eigentlich schade, wo ihm doch jetzt zusehends alles zu Kopf steigt. Ich habe mir vorhin noch einmal die letzte Entscheidungsshow angeschaut und war einfach nur entsetzt, wie überheblich er schaut, als er mit Manuel vorne stand. Furchtbar. Was ist nur aus ihm geworden??
Dass Manuel gewinnt halt ich persönlich für eher unwahrscheinlich, da er der unaufälligste Kandidat ist. Aber lassen wir uns mal überraschen!
PS: Für die nächste STaffel wünsche ich mir weniger Soap-Gequatsche drumherum, sondern eine Talentshow, die wieder Wert auf das Wesentliche legt - eben auf die Stimme.
Schönen Freitag wünsch ich euch
Krümel
@Lia
Ich lese hier schon länger mit, habe mich jedoch noch nicht berufen gefühlt, hier einen Kommentar abzugeben. Jetzt jedoch schon. Ich kann dich nur beglückwünschen zu diesem Artikel. Genau meine (und sicher auch die von vielen anderen) Sicht der Dinge. Bis ins letzte Detail. Ich sehe es ebenso als Wahrscheinlich an, dass Mehrzad und Menowin persönlich irgendwann an ihre Grenzen stoßen werden, wenn sie nur den üblichen Bohlen-Einheitsbrei singen sollen. Beide sind für mich ausergewöhnlich talentiert und beide haben schon lange vor DSDS festgelegt, für welche Musikrichtung ihr Herz schlägt. Man sehe sich nur die privaten Videos auf Youtube an. Da ist klar, welchen Stil sie pflegen und das hat mit "Modern Talking" wenig zu tun. Sicher hat auch Manuel schon ein Präferenz, was er mag, hat aber vermutlich noch nicht selbst Musik gemacht. Somit dürfte er wohl wie von dir geschrieben am ehesten die "Kunstfigur" verkraften, was allerdings nicht heißen soll, dass er sich mit den auferlegten Songs dann auch so unbedingt wohl fühlt. Wer, der Ohren hat, würde das schon;)
Ich glaube auch nicht, dass er sein Leben um Musik aufbauen muß, um sein Leben als lebenswert zu bezeichnen. Bei den beiden anderen glaube ich das schon.
Mir geht es auch hier wie dir: Ich habe die 1. Staffel DSDS gesehen, weil´s einfach neu war und dann von 2-6 nicht mehr. Mal beim Casting durchgezappt, über die Untalentierten geschmunzelt und weiter gezappt. So bin ich auch zu dieser Staffel gekommen. Gezappt und von der Top-15-Show dann nur noch Mehrzad gesehen und "kleben geblieben". Ich habe für ihn angerufen und beschlossen, das er es wert ist, nächsten Sa. wieder einzuschalten. Und dann kam "Change". Seitdem bin ich "Meno-Fan". Warum ich ihm als erwachsener intelligenter Mensch noch "die Stange halte" nach seinen "Eskapaden"? Ich weiß es nicht, irgendwie zieht er mich in seinen Bann. Ich kann aber durchaus sagen, dass ich Mehrzad immer noch toll finde. (Diesen Kommentar bitte nicht als erneuten Auftakt einer Mehrzad vs. Menowin Diskussion benutzen) Das eine schließt das andere nicht aus! Manuel ist mir total symphatisch, seine teils ironisch/ sarkastische Art amüsiert mich. War gestern beim Live-Chat auch wieder gut zu sehen. Gesanglich finde ich ihn allerdings auch eher unauffällig. Alles in allem kann man sagen, egal welches Drehbuch sich Grundy schon vorher ausgesucht hatte und dann lancierte (wie sonst erklärt sich das Verschwinden so vieler Guter aus dem Recall), die deutschen Lemminge haben (wieder einmal)gut mitgemacht. Ich ja auch;)
Genau, das sollte Thema sein: Können die Kandidaten wirklich zeigen, was in ihnen steckt? Eher wohl nicht, wenn sie Titel singen müssen, die es schon gibt und die man dann mit dem Original vergleicht.
Krümel, ist es so wichtig, wie jemand schaut? Ist doch eine persönliche Interpretation von dir, wie man jemanden selbst erlebt. Andererseits machen über 30 000 Leute nur deshalb dort mit, weil sie eines wollen: Siegen und berühmt werden!
Ich denke, dass die letzten drei M`s auch nur das wollen und nur, weil die anderen Zwei es nicht so zeigen...
Gerade Sätze wie: "Ich lasse mir den Titel nicht mehr nehmen", oder "Ich halte mich für den Besten" sind doch sehr ehrlich. Daraus wird ihm (Menowin) kein intelligenter Mensch einen Strick drehen.
Was zählt ist, ob jemand meinen Musikgeschmack treffen kann und mir dann dazu die passende Mucke in den CD-Schrank bringt!
Lia das is der weltbeste Artikel über DSDS. Weg von der Klatschpresse, ran ans wesentlicHe. Auf den Punkt. Hervorragend.
Hallo!
Ich schließe mich Krümel an, dass der Artikel wirklich sehr aufschlussreich geschrieben ist.
Ich finde auch, dass Menowin unter dem Druck der Medien kaum noch standhalten kann. Ich meine, das kann man ihm ja auch nicht übel, da er eine Drogen-Nehmende Mutter und einen saufenden Vater hat. Das der Charakter da nicht besonders stabil ist, kann man, denke ich, nachvollziehen. Teilweise tut er seiner Karriere auch nicht selber gut, weil er sich als super Proll darstellt..
Ich denke im Moment, dass Mehrzat gewinnt, da um ihn nicht so viel Trubel gemacht wird (negative Nachrichten) und er bisher die besten Auftritte und Kritiken der Jury bekommen hat.
Super Artikel, du bringst es wirklich auf den Punkt, mit sachlichen und nachvollziehbaren Argumenten, warum es nicht erstrebenswert ist, den ersten Platz bei DSDS zu belegen: Die Kurzzeitigkeit des Erfolgs, die "Musik" von Dieter Bohlen, die letztendlich den großen Gesangstalenten Menowin und Mehrzad eher schaden könnte, da sie ihren individuellen Stil nicht entfalten und weiterentwickeln können, sondern in ein 0815-Schema gepresst werden.
Genau aus diesem Grund wäre es eigentlich am besten wenn Manuel gewinnt, da er eh nicht so der "Vollblutmusiker" ist, und auch mit dem Druck super umgehen kann, ohne frustriert oder überheblich zu werden.
Leider nur bedenken dies die wenigsten Menowin und Mehrzad-Fans, und rufen wie wild für ihren Favoriten an. Und der mit den meisten Anrufen wird von Bohlen nur verheizt und dann fallengelassen. Schade um die großen Talente.
@Lia: ein hervorragender, gut durchdachter Artikel.
Ich stimme Dir in fast allen Punkten zu und du hast mich auch informiert-was Mehrzad und Bohlen geflüstert hatten, wusste ich noch nicht.
In Deutschland werden einfach keine Superstars gesucht-man sollte die Show in "Dieter sucht die Eintagsfliege" umbenennen. Das ist das Problem. Es ist eine Unterhaltungssendung, die uns durch den Doku Soap Charakter bei der Stange hält. Dieses Jahr gibt es 2 großartige Sänger dabei (ich meine Menowin und Mehrzad) und einen, der zwar gut ist, aber nicht so bestechend wie die anderen beiden. Aber er hat einen entscheidenden Vorteil: er hat KEINE musikalische Vorbildung. Man kann ihn in jede Schublade stecken, die sich das Management ausdenkt. Und da er auch keinen außergewöhnlichen Wiedererkennungswert hat, wird er die Show meiner Meinung nach gewinnen. Warum? Weil sich bei ihm in 3 Monaten keiner mehr wundert, warum er von der Bildfläche verschwunden ist und sich der Didäää eifrig wieder auf die Suche macht.
Es wird ein neuer sympathischer netter junger Mann auftauchen, bi-oder-nicht-bi sein, und sich nahtlos in die Riege der vorherigen Sieger einreihen.
Ich habe bereits einmal meine fast philosophisch anmutende Frage in den Raum gestellt*lach*: "was passiert mit Deutschland such den Superstar wenn ihn Deutschland wirklich einmal findet???"
Den beiden echten Talenten sei hier einfach gegönnt, dass sie sich eine stabile und gute Fanbase aufbauen konnten und sich auch der eine oder andere Produzent für sie interessiert.
@elli303: Herzlich Willkommen auf der dunklen Seite der Macht *lach* Hast du einmal angefangen hier zu schreiben, kannst du nicht mehr aufhören. Geht mir genauso-erstes Jahr in dem ich mich so intensiv damit beschäftige-schrecklich diese Medien... Du sagtest, dass du glaubst dass die beidem M's bei Dieter Bohlen an ihre Grenzen stoßen werden das sehe ich anders: ich glaube ein Dieter Bohlen stößt bei ihnen an seine Grenzen ...
@HMMM
Ich gehe davon aus, dass du´s richtig verstanden hattest. Aber für andere, die hier posten und z.B. auch Saras tollen "Speckowin"-Artikel nicht verstanden hatten: ich meinte natürlich an die Grenzen ihrer Geduld und nicht ihrer Leistung...
@elli3003: ich hätte nicht schreiben sollen, dass ich es anders sehe-das hat den Eindruck hinterlassen, dass ich der gesamten Aussage nicht zustimme. Hast schon Recht... sorry!
Dabei wollte ich mit meinem Satz eigentlich nur darauf hinweisen wer in meinen Augen für die Überforderung verantwortlich ist(also aktiv)-und wer sozusagen eine passive Rolle einnimmt... Aber der eigentliche Sinn war derselbe!
Hallo, erstmal danke für die lieben Worte über meinen allerallerersten Artikel von Welt ;o) Im Nachhinein entdecke ich immer mehr Stellen, an denen ich Gedankengänge nicht fertig aufgeschrieben habe undundund, aber dafür ist es ja der erste und wir sind doch alle Fans und keine Artikelpolizei, oder?
Sowie ich das alles überblicken kann, glaube ich selbst nicht an einen Sieg von Manuel. Dafür ist das System zu unflexibel (aber man darf doch noch hoffen, oder?). Wobei ich ihm keinesfalls Talent absprechen möchte. Er kann durchaus singen. Ob es nun die Rollenzuweisung oder er selbst es sind, die beschränkend auf dessen Entfaltung einwirken, kann ich nicht beurteilen (aber sogar ein Checker hat es geschafft, seine Leistungen von Sendung zu Sendung zu steigern, obwohl die Songauswahl ihm nicht wirklich entgegen kam).
Leider hat die nicht wirklich überzeugende Jury Recht, wenn sie sagen, daß Singen allein eben nicht immer reicht und für dieses Format scheint wirkliches Können und Talent eher hinderlich zu sein.
Ich bin mir nicht einmal sicher, ob es unbedingt speziell für die Sendung geschriebene Titel sein müssen. Stefanie Heinzmann wurde recht groß mit gecoverten Songs und erst als es ans Eingemachte ging, wurde für die Kandidaten selbst produziert. (Ihr merkt, ich bleibe häufiger als mir lieb ist bei Castingsendungen hängen ;o)) Nur ein einziger Kandidat hat selbstgeschriebene und selbstvertonte Texte vorgestellt.
Im Prinzip spricht ja nichts gegen covern. Sowohl Menowin als auch Mehrzad sind gut genug, um eigene Interpretationsansätze einzubringen und tun das auch, mal mehr oder weniger auffällig(schräg, in der ersten Staffel wurde ein Kandidat für eine eigene Interpretation gerügt, auf die Wackelkandidatenliste gesetzt und rausgekegelt, und ganz nebenbei war das einer meiner Favoriten). Ich komme aus der klassischen Musik und da wird eigentlich nur "gecovered" und die Kunst besteht darin, einem Stück, das seit manchmal hunderten Jahren existiert und erfolgreich ist, seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Und in der Popmusik ist das doch auch nicht anders gewesen. Gerade die größten Klassiker wurden oft und ausgiebig gecovered und manchmal sogar erfolgreicher als das Original. Problematisch wird es, wenn es Künstlern untersagt wird, interpretatorische und musikalische Risiken einzugehen (und das, obwohl es ja immer wieder von der Jury gefordert wird). Wirklich clevere und individuelle Leistungen werden hier abgestraft, obwohl es zum Werdegang eines Künstlers gehört, Lehrgeld in Form von auch mal nicht so gelungenen Darbietungen zu bringen, und ohne wirkliche Alternativen zu bieten. Da wird laut nach einem wie auch immer gearteten "Gesamtpaket" gerufen (ich interpretiere das mal als Talent und Persönlichkeit) und jeder, der Ansätze dafür zeigt, so lange gestoppelt, bis er stromlinienförmig ins Konzept paßt. Vielleicht fällt es Mehrzad leichter, sich in den gegebenen Grenzen zu bewegen als Menowin, dessen Biographie schon zeigt, daß er gewisse Schwierigkeiten mit Autoritäten haben könnte. Mann, schon wieder so ein langer Exkurs, sorry!
Blabla, was wollte ich noch schreiben?
Ja, natürlich wollen alle gewinnen. Aber das Phänomen des "Wir haben uns alle lieb" ist sehr menschlich, gerade wenn man in einer sehr künstlichen Atmosphäre leben muß. Am Ende werden alle schwören, sich immer treu geblieben zu sein und niemals nie etwas gegen einen Konkurrenten unternommen zu haben. Und wenn man genauer hinschaut, dann entpuppt sich alles als Wunschdenken der alleingelassenen Kandidaten, weil es eben in diese Seifenblase "Kandidaten-Loft" paßt und das ist von RTL auch so beabsichtigt, das steigert die psychische Belastung und somit auch das Konfliktpotential. Und daß die anderen Kandidaten empfindlich reagieren, wenn sie mit Realitäten wie Menowins Kampfansagen konfrontiert werden, ist auch nachvollziehbar (wobei ich nicht mal mit Sicherheit sagen kann, ob er das bewußt getan hat).
Eigentlich ist das doch völlig wurst, wer von den 3 Superstar wird. Sie haben alle schon im Flugzeug in die DomRep den neuen Bohlen-Song geübt und werden ihn dann auch singen MÜSSEN. (Leider hat man sie diesmal nicht beim Üben gesehen wie letztes Mal mit "Anything but love")
Der Sieger kriegt ein hingeschludertes Video spendiert (Annemarie: "Das könnte meine Mama auch gedreht haben"). Um die richtige Karriere nach DSDS müssen sie sich eh selbst kümmern. Siehe Daniel Schuhmacher und Sarah Kreuz.
Ich denke, die siebte Staffel wird eh die letzte sein. Seit es "Unser Star für Oslo" gibt, wo die jungen Talente höflich gefeiert werden, kriegt Bohlen eh nur noch die abgelehnten Selbstdarsteller. Oder DSDS wird endgültig zur Big Brother-Konkurrenz umgestaltet. Dann gibts noch mehr Schlammschlachten.
Super Artikel! Toll durchdacht, super begründet.
Kleine Meinungsverschiedenheit: ich finde, Manu hat eine supertolle, vor allem einzigartige Stimme, und würde auf Dauer mit Bohlens Songs nicht glücklich sein (wahrscheinlich nicht mal am Anfang).
Aber das ist denke ich Geschmackssache.
Hallo toaster, da warst Du schneller als ich. In meinem Kommentar weiter oben gehe ich etwas mehr auf Manuel ein...und mal ehrlich: Wer, dessen Kreise auch mal von Intelligenz gekreuzt werden, würde mit Bohlen-Songs glücklich werden? ;o)
Der neue Superstar heißt Lia! Haarscharf und knallhart anlysiert,klar und hellwach. Bin Lia fan ;-)
IcH glaube in dieser Staffel hat RTL und Grundy sich mit dem DRehbuch verrecHnet. die lesen heir auch mit. BILD rudert bereits zurück. Das fällt auf. GIbt es vielleicht bald ein neues FOrmat bei RTL?
@Chris: Wie meinst du das?? Wie "verrechnet"???
@hmmm ich glaube die haben nicht damit gerechnet daß die Zuschauer mit so viel Empörung auf die Überzogene Soap reagieren.
@Chris: ahhh verstehe... erklärt auch das aufgetauchte Interview auf klatsch-tratsch darüber, dass es eigentlich keine negative Presse gibt. Von wegen!!! Vielleicht langfristig gesehen nicht aber kurzfristig kann es jemandem Schaden zufügen und ihn (es ging um Menowin) den Sieg kosten... logisch eigentlich. Die hielten uns alle für dümmer als wir sind. Ich habe auch mitbekommen, dass sich Menowin Fans ziemlich gegen die Negativberichte gewehrt haben und nicht alles auf sich sitzen ließen.
Ich muss zugeben, etwas Schadenfreude kommt bei mir schon auf :)
Ein wunderbarer Bericht Lia!!!
Ich hoffe, auch wenn die Staffel fast zu Ende ist, noch etwas von dir lesen zu können.
Ich freue mich, etwas mit Stil zu lesen, was dabei auch noch hervorrragend durchdacht wurde.
Und dabei hast du es geschafft, dass (bisher) die folgende Kommentare ebenso mit Niveau verfasst wurden.
So macht diese Seite Spaß!
PS: Besonders dieser Teil spricht mir aus dem Herzen:
Menowin ist unbestreitbar ein hervorragender Sänger und Tänzer und dominierte schon vom ersten Auftritt an die Staffel. Gepusht von Bohlen und seinem eigenen Ehrgeiz hat er, zumindest bis vor kurzem, auch grandiose Auftritte abgeliefert. Und dennoch...dennoch habe ich ein Problem mit ihm. Das hat nichts mit seiner Persönlichkeit oder seiner Vergangenheit zu tun (über die mehr als genug geschrieben und berichtet wurde). Natürlich kann man diese Aspekte niemals ganz ausblenden, sind sie doch untrennbar ein Teil dessen, was Menowin ist und wirken sich darum auch auf seine Kunst aus. Mein Problem ist vielmehr das, was aus Menowin im Verlauf der Staffel geworden ist. Natürlich schlachtet RTL jedes noch so pikante Detail aus dem Privatleben seiner Kandidaten aus. Bohlen nannte das „polarisieren" (und man kann den Schlagzeilen ja auch kaum entkommen). Viel schlimmer aber ist das, was ich jeden Samstag von ihm zu sehen bekomme. Und das ist ein großartiger Künstler, der in eine viel zu enge Schablone gezwungen wird. Der Schmuse-Gangster mit der unverwechselbaren Stimme. Der großartige Tänzer mit den knackigen Bewegungen. Der arme Junge aus schlechtem Haus mit der gnädig gewährten und mit Penetranz erwähnten „Zweiten Chance". Und das immer und immer wieder.
Vermutlich besteht noch Hoffnung für egal wen bei DSDS. Siehe Thomas Godoj. Hatte ein Sprungbrett und macht nun, was er will. Hat ihn aber doch einiges gekostet, so wie ich das in verschiedenen Foren lese. Angeblich 100000 Euro. Das ist ja kein Pappenstiehl. War es ihm aber anscheinend wert. Da sieht man doch auch den Druck.
In den USA ist das ja auch nicht anders. Manager stellt Boyband zusammen, alle müssen über Beziehungsstand und diverse andere Dinge lügen, großer Erfolg, dann Eklat in der Band, alle trennen sich und einer bleibt am Ende erfolgreich über. Siehe Robbie Williams, Justin Timberlake oder Ronan Keating. Vor dem erneuten Erfolg steht aber manchmal ein totaler Zusammenbruch. Das muss aber Menschen wie Bohlen egal sein. Er will Menowin nicht adoptieren, will nicht der Patenonkel von Mehrzads Sohn werden und will bei der Rede auf der Feier zu Manuels Gesellenbrief auch nicht erwähnt werde. Er will, was alle wollen: Geld. Vielleicht schämt er sich ja im stillen Kämmerlein manchmal, aber man kann so schlecht aus seiner Haut. Vor allem wenn das Umfeld es einem so leicht macht. Das dumme ist nur: wir (wie die Ms) haben ja alle nur ein Leben und keiner möchte zu Gunsten des Restes seines Lebens einen Teil davon unglücklich verbringen. (Siehe Godoj)Wirkt sich sicher negativ auf familiäre Beziehungen und den Charakter aus. Wer kann schon daheim auf glücklich machen, wenn er 40 Stunden die Woche stinkesauer ist. Andererseits ist das aber die Chance... Somit sind vielleicht alle 3 Gewinner zum Schluß Verlierer? Who knows..
In einer idealen Welt wäre es einem Menschen wie Bohlen nicht egal, denn da würde die Nachhaltigkeit und Qualität über der Quantität stehen und trotzdem, vielleicht auch gerade deswegen, Geld einbringen.
(Da gehört ja auch das Überfordern der ungeübten Sängerinnen und Sänger dazu...woher kommen denn die ganzen typischen Sängererkrankungen, die anscheinend Castingkandidaten begleiten, ohne daß man sie auf grundlegende Techniken und Schutzmaßnahmen hinweißt.)
Der Gedanke, daß man als Teilnehmer an so einem Format nur gewinnen kann, wenn man frühzeitig aussortiert wird, hat sich mir auch aufgedrängt. Letztendlich werden idealistische und leichtgläubige und vielleicht nicht mit genug Weitblick ausgestattete junge Menschen verramscht für Musik, die eigentlich keiner haben möchte (ja, nicht nur in der Musik, ich weiß...) und vor der es anscheinend kein Entkommen gibt. Die große Frage nach dem "Was regelt was"...
@lia "Der Gedanke, daß man als Teilnehmer an so einem Format nur gewinnen kann, wenn man frühzeitig aussortiert wird, hat sich mir auch aufgedrängt. "
Meine Meinung. Die große AUsnahme für mich: Daniel Küblböck, bei DSDS recht weir vorne. plus Dschungelcamp. Aber der Mann hat eine überraschende Wandlung durchlebt, sich heute als Jazz-Sänger etabliert. Gar nicht mal so schlecht wie ich finde. Hätte man ihm das damals zugetraut.
Ich glaube zusehens, dass das Format DSDS einfach überholt ist. Genauso wie die Boyband-Sache. Es will doch keiner mehr diese aalglatten, hochgezüchteten Pseudo-Männer mit geöltem Waschbrettbauch sehen, die ihre Schmachtfetzen in strömendem Regen von sich geben. Alle Bands waren gleich-die Charaktere wie aus einer Schablone gepresst, man musste sich nur entscheiden, welcher Band man sich zuwendet. Aber eigentlich war das egal-sie unterschieden sich ja kaum. Das war mal in den 90ern.
Dieses Format muss jung werden, und sich auch der tatsächlichen Zielgruppe anpassen. Und da liegt das Problem. Die Zielgruppe ist meist deutlich jünger als die Macher der Sendung, was zwangsläufig zu Missverständnissen führt. Da helfen die besten Marketingleute und selbst ernannte Medienexperten nicht, die wild Umfragen starten und Foren durchstöbern- denn all diese Versuche werden ihnen nie über ihr eigentliches Manko hinweghelfen: nämlich, dass sie direkt keine Ahnung von der Zielgruppe haben, nur eben indirekt über diese Umfragen oder Ähnliches. Und ich glaube an dieser Staffel wird das besonders deutlich. Denn was mich auch gestern sehr überrascht hat ist, dass besonders die Jugend, Medien auch sehr kritisch wahrnimmt und nicht nur konsumiert. Dabei ist sie sich selbst sehr ehrlich gegenüber. Die Jugend lässt sich nicht mehr so einfach hinters Licht führen...
Menowin gewinnt das Ding, das war schon von Anfang an klar. Zum Glück! :D
@ Juli, ach ja? Und das steht wo?
Ich glaub nicht, dass alles schon feststeht. Menowin kegelt sich schon allein durch sein Verhalten selbst ins Aus. Ich kenne viele, die ihn früher ganz klasse fanden, jetzt aber nur noch mit dem Kopf schütteln, taucht er auf der Mattscheibe auf. So ist es leider auch bei mir. Spitze war "Sweat" mit Mehrzad, damals in der Karibik... Vielleicht singen die beiden das ja im Finale, wenn Manuel doch "nur" Dritter wird... Eventuell kann ich irgendwann mal wieder dem Herrn Fröhlich mehr positives absprechen.
Aber ist ja eh egal, wer nun von dem M&M&M's gewinnen wird. In spätestens 'nem Jahr sind sie wieder Schnee von gestern, wenn die neue Marionette gesucht wird. Natürlich wieder ganz toll inszeniert von unserem Lieblingsmanipulationssender RTL..
Für "bild" steht Menowin als Sieger auch schon fest. Dort sollen Prominente ihn mit Oslo-Gewinnrin Lena vergleichen... Was sagt uns das?
@Chris:
Küblböck hat noch etwa 200 Fans aus DSDS Zeiten übrig und lässt sich von diesen seinen Lebensstil finanzieren. Als positives Beispiel würde ich das nicht gerade ansehen.
@Jochen79
Er hat daneben auch ncoh eine Firma aufgebaut und neue Fans gwewonnen. Ähm, welcher Sänger lässt sich sein leben nicht von Fans finanzieren? Wovon leben die alle deiner Meinung nach?
Bei news-item.de steht zu lesen: Manuel singt u.a. Reality. Oh je, tu es nicht! Mit dieser Kitschschnulze zum Einschläfern ging es letztes Jahr schon für Dominik bergab. Hoffentlich irrt sich der Autor dieser Meldung da.
Es wird doch schon seit der 1. Staffel gesagt, dass DSDS ein abgekahrtertes Spiel ist. Und das hat sich in der Staffel mit Mark Medlock und jetzt doch eindeutig gezeigt.
@Lia: Auch ich habe nun deinen Artikel gelesen. Solche hatten mir gefehlt. Du hast analytisch geschrieben, bist in die Tiefe gegangen, hast nicht irgendwelche inhaltsleeren Behauptungen aufgestellt. Bravo!
Leider fehlt mir im Moment die Zeit, deinen Kommentar, welchen du noch nachträglich geschrieben hast, zu lesen. Dies werde ich jedoch noch nachholen.
Toller Artikel, muss man wirklich mal loben!! :-)
wasn das für ne frage, klar haben sie so gut wie kein raum zur entfaltung. ist aber auch schnurz, schliesslich dient das ganze format nur der gewinnmaximierung RTLs und ein paar weniger anderer. was genau da mit den kandidaten passiert ist wurscht, es wird so entschieden, dass am ende die meiste kohle für diesen verein herausspringt.
@dsds-watch:
ach was...
Darum gings ja gerade in dem Artikel, ob man es seinem Favoriten eigentlich wünschen sollte, DSDS zu gewinnen, weil ja bekannt ist, dass die Sieger der Staffeln nur kurzzeitig Erfolg haben werden.
Klar geht es nur darum, wen Bohlen über einen kurzen Zeitraum am besten "ausschlachten" kann.
So wie ich den Artikel interpretiere, war dies ein Appell an die Leute, die für ihren Favoriten voten, mal zu überlegen, ob sie wirklich möchten, dass der Bohlen/RTL/Grundy-Konzern den Favoriten nur kurzzeitig verheizt und dann fallenläßt, oder ob man sich längerfristigen Erfolg (ohne Bohlen) für den jeweiligen Favoriten wünschen würde...
Zweifellos ist der Artikel gut recherchiert und auch interessant geschrieben.
Wenn Du, liebe Lia, die 1. und die jetzige Staffel gesehen hast, dann kannst Du ja den Unterschied gut erkennen, z.B. in der Rolle, die Dieter Bohlen damals spielte und die er heute spielt.
Sicher, die Jury ist heute einfach Bohlen-zentriert.
Andererseits hat der "Oberjuror" nie einen Hehl daraus gemacht, worum es ihm eigentlich geht.
Er sagte während der Castings ja immer mal wieder: Es geht hier gar nicht um die große Musik.
Ich will Platten verkaufen und Geld verdienen.
Also das ist das eine einleuchtende Formulierung, was auch jeder einfache Mensch versteht.
Nach potentiellen Plattenverkäufen für DB und natürlich Quote für RTL wurden die Kandidaten ausgesucht.
Ansonsten, wenn es nur um gute Sänger ginge, müsste man der Jury ihr Gehalt wegen schlechten Castings streichen, zumindest was den weiblichen Teil der in die Mottoshows glangten Teilnehmer betrifft. So eine schlechte weibliche Besetzung hat es in sieben Staffeln noch nie gegeben, im Gegenteil.
Nun zu dem frommen Wunsch, dass doch Manuel die Staffel gewinnen möge, da er (das ist jetzt meine Formulierung) als Wegwerfsieger wie im letzten Jahr z.B. Daniel Schuhmacher am besten geeignet wäre.
Mein Gegenvorschlag: Als ein derartiger "Sieger" käme nur Menowin infrage.
Man muss sich auch um seine Seele oder seine Zukunftsaussichten wohl keine Sorgen machen. Er würde am Anfang noch alles singen, was DB will und ein bisschen gut verdienen.
Dann würde er den Spieß rumdrehen.
Der ist so clever und kann Massen fanatisieren, da hat selbst DB keine Chance.
@blue moon: guter Kommentar, gefällt mir! Gebe dir in allen Punkten Recht(bis auf den letzten, den verstehe ich nicht).
Ich finde zusätzlich, dass sie bei den männlichen Talenten auch sparsam waren... da gab es einen Joel Havea, der nicht genommen wurde, stattdessen aber ein Plüschi. Nichts gegen Plüschi... aber jeder wird verstehen, dass der Vergleich etwas hinkt. Ja da wurde nach Einschaltquoten und SMS ausgesiebt. Ich glaube an den Platten verdienen sie nicht mehr so viel, sonst würden sie sich bei den vergangenen Stars mehr Mühe geben.
Deinen Gegenvorschlag verstehe ich nicht ganz. Vielleicht weil es schon 1 Uhr ist, aber wenn er doch die Massen für sich begeistern kann-fanatisieren wie du sagst, dann kann er doch kein Wegwerfsieger mehr sein. Oder stehe ich auf dem Schlauch?
@Blue moon: sehr guter Beitrag, kann ich nur zustimmen.
@HMMM: den Gegenvorschlag finde ich schon sehr einleuchtend, trotz Uhrzeit...
Menowin hat zur Zeit viele Anhänger und erlebt einen Riesen "Hype".Doch sowas ist immer nur von kurzer Dauer, deshalb würde er der kurzweiligen Karriere eines "DSDS-Superstars" am meisten gerecht werden.
Wie macht man aus einen Mückentext einen Elefantentext? Lia hats gezeigt. Schwer verdauliche Lesekost. Die Infos hätten viel kürzer gepackt werden können wenn nicht gar müssen. Viel unnötiges gedöhns dazwischen.
Durchdacht ja aber im Schreibfluss fail umgesetzt.
Vom Prinzip bringt ihr Beitrag aber auch nix neues bis auf den Teil was sie sich so zuflüstern. ^^
Es tut mir sehr leid, daß Dich die Länge des Textes abschreckt und daß einige Gedankengänge wenig stringent erscheinen, jedoch ist das hier eine Plattform, die von Gastautoren getragen wird und die wenigsten hier sind professionelle Schreiber. Da kommt es schon einmal vor, daß Texte nicht zur Befriedigung des Sensations- oder Informationshungers der Leser geschrieben werden, sondern um die Hirnwindungen des Autors davon zu befreien und ab und an braucht es dafür mehr Worte als bei anderen. Ich merke ja auch an einigen Kommentaren, daß einige wesentliche Aspekte meines Textes anscheinend beim Lesen untergegangen sind.
@Der alte Dessauer,
habe die Artikel gecheckt, und auch mit den Quellenangaben verglichen. Meines Erachtens nach sind sie sehr gut. Danke!
@Valerie
es geht nicht nur um den gewinner, es geht um alles/alle. jeder von ihnen ist ein teil der großen maschinerie, egal ob gewinner oder anderweitiger mottoshowteilnehmer.
Hallo Leute...ich habe gerade den Artikel mit Begeisterung gelesen...alles auch meine Meinung. Um das mal an Mark Medlock nochmal zu beschreiben: Habt ihr gestern gesehen, daß er dauernd auf den Boden geschaut hat während des Songs?
Also entweder hat er Probleme mit dem Song gehabt, war irritiert von den vielen Tänzern oder mußte bei dem langweiligen Text fast einschlafen. Sein neuer Song furchtbar meiner Meinung. Was hat man da aus einer tollen souligen Stimme gemacht? Mal ganz ehrlich :Mark Medlock war auch so ein Liebling von Dieter Bohlen weil er zweifelsfrei auch eine super Stimme hat und noch crazy Typ dazu ist, aber passt das was ihm die Szene nun aufzwingt zu performen überhaupt zu ihm?
Würde ich nicht sagen, er ist ein souliger Sänger und müßte auch mehr aus seiner Stimme machen...das ist wohl auch der Grund warum viele von der Bildfläche wieder verschwinden, weil sie gelangweilt sind von ihren Songs...und freiwillig aussteigen und sich eingeengt fühlen in ihrer Songwahl...
Merzhad und Menowin sind super Sänger aber beide können sich in die Szene wahrscheinlich später nicht ganz einfügen. Ich denke jedoch Merzhad würde es besser schaffen wie Menowin, weil letzterer einen größeren Sturkopf besitzt und wahrscheinlich eher versucht sein Ding durchzuziehen. Merzhad wirkt auf mich eher angepasster. Troztdem werden wahrscheinlich beide, je nach dem wer gewinnt, von der Szene kaputtgemacht anstatt gefördert zu werden.
Wenn sie mit so einem langweiligen textprimitiven Song wie Mark Medlock auftreten müssen is es bald um sie geschehen.
Eigentlich fluche ich selber immer wieder über Dsds,weil in manchen Staffeln vorher die Frauen mehr Talent hatten wie die Männer und keine Chance zum Gewinn hatten , da die Sendung mehr von Frauen geschaut wird, und troztdem bleibe ich beim langweiligen Samstagabendprogramm wieder dabei hängen.
Ich finde es nur schade , daß in dieser Dsdsszene die guten Sänger eher vernichtet werden und in ihrer Entfaltung so eingeschränkt werden, daß sie meist keine Chance haben auf groß Erfolg...
Dieter bereichert damit sich selbst aber nicht seine Schützlinge...!
@Der alte Dessauer:
Von Seiten der Jury kam ja leider nie irgendeine Erklärung zu ihrem frühen Ausscheiden, und gerade weil Bohlen sie immer nur gelobt hat, war dieser stille Abgang ja so unverständlich.
Aber sie wurde dann von RTL als Ersatzkandidatin
vorgesehen, falls jemand noch vor der TOP-15 Show ausfällt.
Das meinte ich mit "Ersatzkandidatin".
Hallo zusammen,
erst einmal mein großes Kompliment zu dem äußerst gelungenen Artikel. Sehr angenehm zu lesen, die Sichtweise ist sehr gut nachzuvollziehen und das Fazit ist einfach nur richtig und aus selbiger Subjektiver auch wünschenswert.
ABER... da meine Wenigkeit absolut nahe dem Realismus liegt, muss ich auch einmal - und ich habe keine Ahnung warum - hier meinen Senf dazu abgeben.
Die Fakten sind knallhart, Geld verdienen hier nur die wenigsten. Klar, Bohlen und RTL... und das war´s.
Von der künstlerischen Seite aus betrachtet sind die Fakten hier genau wie oben bereits beschrieben. 8 Puffer zum Rauswählen und 2 heisse Kandidaten auf den Titel, von denen sich jedoch im Laufe der Shows einen immer größeren Teil der Favoritenrolle abgeschnitten hat.
Aber wer bestimmt wer gewinnt? Es sind doch die Menschen, das Publikum. Aber die sind hier zum Großteil nicht einmal aus dem Gröbsten raus und wissen noch nicht einmal wie man Pubertät buchstabiert. Und da ist genau das Problem. Es gibt keine realistische Einschätzung und Zulassung einer Persönlichkeitsentwicklung der Künstler, da dies ausschliesslich von den Geldgebern und Showmachern "vorproduziert" wird. Und diese richten sich nunmal nur nach eben denen, die schon nach der ersten Mottoshow so laut nach Menowins Auftritt geschrien haben, sodass alle anderen "Vorproduktionen", die sich negativ auf den Verlauf der Staffel (und somit gegen den unbestrittenen Favoriten Menowin) auswirken könnten, von rein wirtschaftlicher Seite NATÜRLICH ausgeschlossen werden mussten.
Aber hey, mal ganz ehrlich? Wen von allen "Fans, Zuschauern etc" interssiert das denn schon? Es geht doch nur um Entertainment, die wenigsten machen sich wirklich Gedanken um das eigentliche Gut, mit dem hier gearbeitet wird. Und das ist nunmal die Musik, die durch die Medien leider immer wieder in den Hintergrund gerät. Wichtiger ist es, dass da der Favorit im Knast war und ach ja der Arme ja auch von allen nicht akzeptiert wird :-) Hmmm, genau...
Fazit hierzu: Bohlen kassiert und die sog. Künstler werden es ohnehin nicht weit bringen, da der große Bohlen-Daum über allem schwebt, auch wenn tatsächliche große Talente in ihnen schlummern!
Nun mal zu den Künstlern an sich. Ich gehe nur auf die 3 letztlich verbliebenden M´s ein.
1) Manuel
Mal ganz ehrlich? Was genau ist denn am dem ein dritter (oder sollte ich eher fünfter sagen) Platz wert? Sympathisch ja, aber auf der Bühne eine solche Valiumnudel, dass man diese 3 Minuten für einen Gang in die Küche und zur Kaffeemaschine nutzen sollte. Gesanglich bestenfalls Durchschnitt und im Charakter absolut unterwickelt (damit meine ich nicht im Kopf, bitte nicht falsch verstehen!). Wohl ein ganz krasser Fall einer Produzenten-Marionette. Kein eigener Stil und ich habe nicht einmal gemerkt, dass er wirklich Sänger sein will und Eigeninitiative zeigt. Schade eigentlich. Also wie hat er es bis auf Platz 3 geschafft? Richtig, durch die Präpubertäre Masse and that´s it! Na, merkt ihr´s, der Kreis schliesst sich, meiner Meinung nach aber ein sehr offensichtlicher Kreis.
2) Mehrzad
Mein persönlicher Favorit. Anfänglich dachte ich mir, dass er eine recht schlechte Shaggy-Interpretation darstellen würde. Aber dann, ab der zweiten Mottoshow ging´s ja ganz ordentlich los. Und das mit Köpfchen. Mehrzad hat, vor allem in der Öffentlichkeitsarbeit, ein neutrales Wesen bewahrt und sich von einer immer sympathischen Seite gezeigt. Mitleid will er keinen, auch ist er nicht der Charakter, der immer im Mittelpunkt sämtlicher Geschehnisse stehen muss. Ich habe das Gefühl, dass es ihm vorrangig um die Musik geht und das ist auch gut so, vor allem merkt man seinen Spass daran. Seine Stimme ist toll (meine Meinung), tanzen kann er auch und bei ihm sehe ich schlichtweg das größte Entwicklungspotenzial!
3) Menowin
Kommen wir nun zum kontrovers diskutierten Menowin.
Tanz: 1
Gesang: 1
Selbstdarstellung in den Medien: 6
Und ich denke genau da entsteht die oben erwähnte "Antisympathie" gegen ihn (ich erlaube mir es einfach mal als solche zu interpretieren). Warum immer auf Mitleid machen? Warum immer um Hilfe betteln, aber auf der anderen Seite den Harten Macker markieren (Zitat Menowin: nächste Woche geht´s erst richtig los!! -"und dabei BÖSE gucken"- ganz wichtig als Ex-Wandduscher)? Warum immer objektiv betrachtet Negatives als Thema für sich nutzen? Man man man, in ihm steckt ein richtiger Guter, aber irgendwie will ich ihm nicht abkaufen, dass er ein musikalischer Sympathieträger sein will, das hat sich ganz schön nach hinten entwickelt. Nichts desto trotz wird er gewinnen, und warum? Richtig, es sind die Jubelschreie oberhalb 5000 Hertz präpubertärer Produzententraumverwirklicher, die in einer absoluten Mehrzahl stehen und das tragende Glied bilden. Ihr habt es gemerkt, der Kreis hat sich geschlossen!
Fazit zu DSDS: Geldmacherei ohne großartige ernsthafte Rücksichtnahme auf musikalisches Talent und den Wunsch sich selbst zu verwirklichen!
Ich bedanke mich für eure Zeit und freue mich über Anregungen.
Nils
Ich habe deinen Artikel jetzt erst gelesen, liebe Lia und ich gratulier dir herzlich! Wirklich tolle Analyse und super geschrieben. Mehr davon!!
In einem anderen Posting hatte ich es schon geschrieben und ich will das hier wiederholen:
ich habe mir gerade mal überlegt, wie diese Staffel von DSDS eigentlich gelaufen wäre, wenn es das Internet nicht gäbe. Man hätte nur die Zeitungen mit guter oder schlechter Berichterstattung gehabt, man hätte vielleicht noch empörte Leserbriefe an gewisse Tagesblätter geschrieben, die ausgeschiedenen Kandidaten hätten ihre Fans nicht aufrufen können, für bestimmte noch im Rennen befindliche Kandidaten anzurufen - überhaupt wäre die durch das Internet mögliche Vernetzung so vieler Fans gar nicht erst zustandegekommen, kein gegenseitiges Anfeuern, mehr Anrufe zu tätigen - diese ganzen jetzt hochkochenden Emotionen hätte es nicht gegeben. Da wären nur der Fernseher, der Zuschauer und der Kandidat gewesen.
Ich glaube, der finale Zweikampf von Mehrzad und Menowin wäre fairer gelaufen, wenn auch nicht unbedingt im Sinne von RTL und Dieter Bohlen.