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Deutschland such den Superstar: Eine Castingshow mit vielen Gesichtern. Aber WAS ist DSDS eigentlich?
Der folgende Beitrag stammt von Gastautorin Sara.
Es ist die ungeklärte Frage überhaupt. Überall liest man im Internet immer wieder neue verschiedene Aufklärungen, was DSDS jetzt eigentlich wirklich ist, um was es eigentlich geht. Viele sagen, DSDS ist eine Castingshow, die echte Talente sucht, die Mehrheit ist jedoch ganz anderer Meinung. Kommentare wie Abzocke, Quotenshow, niveauloses Unterhaltungsprogramm bis zu völlig beleidigenden Begriffen häufen sich um die berühmte Sendung. Und doch gibt es nie wirklich eine Übereinstimmung.
Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass alle negativen Kommentare völlig aus der Luft gegriffen sind. Es gibt für all das Gründe, die auch berechtigt sind. In den Jahren passierte es leider immer wieder, dass DSDS von einem Gesangswettbewerb zu einer Unterhaltungsshow für Teenager wurde. Absurde Storys, Kandidaten mit bestimmten Rollen und auch die furchtbar talentfreien Kandidaten, die öffentlich fertig gemacht wurden trugen dazu bei, dass die Quoten immer höher wurden. Leider wurden dabei die wirklich wichtigen Dinge total vernachlässigt. Ich persönlich habe aus Interesse einen Versuch gemacht und habe in der Schule und im Freundeskreis gefragt, wieso die Befragten DSDS schauen. Dabei kam ein für mich irgendwie schockierendes Ergebnis raus, denn die Mehrheit hat nicht mit einem Wort Gesang oder Musik erwähnt. Viel mehr wurde mir gesagt, dass sie DSDS nur wegen der lustigen Castingteilnehmer schauen, über die man so schön lachen kann oder weil sie Dieters Sprüche so 'geil' finden. Doch jetzt mal im Ernst: wurde DSDS wirklich nur ins Leben gerufen, damit kleine pubertierende Kinder über talentfreie Menschen lachen können? Ist Deutschland sucht den Superstar nicht eigentlich ein Gesangswettbewerb?
Ja, eigentlich. Und wenn man das alles aus einer anderen Perspektive betrachtet, sieht das auch ganz anders aus: Es gibt Kandidaten, die wirklich singen können, die dafür auch auf dieser Bühne stehen, die Gefühl rüber bringen, eine geniale Show nach der anderen abliefern, ja die vielleicht sogar international erfolgreich sein könnten und wirklich Talent haben. Und ein kleiner Teil der Befragten hat wirklich auch über solche Dinge gesprochen. Doch auch das bleibt leider die Minderheit.
Wieso gibt es bei dieser Sendung so viele verschiedene Meinungen? Ich glaube, es liegt an einen ganz einfachen Grund. Als erstes natürlich sind Geschmäcker verschieden. Aber ich glaube, dass Deutschland sucht den Superstar einfach das ist, was wir selber daraus machen. Es ist leicht erklärt: Wenn wir wollen, dass DSDS eine Sendung nur für Quoten ist, dann wird das auch in unserer Vorstellung so sein. Wenn wir jedoch wollen, dass DSDS eine richtige Talentsuche ist, dann wird die Sendung das für uns sein. Und so ist es eigentlich auch überall im leben. Wir sehen es so, wie wir es sehen wollen. Wenn wir einen Menschen von vornerein nicht leiden können, werden nicht die besten Argumente, die dagegen sprechen, uns umstimmen. Genauso umgekehrt. Auch wenn man von einer ursprünglich festen, eigenen Entscheidung abweicht, der Gedanke, dass diese Entscheidung doch richtig war, bleibt im Unterbewusstsein bestehen. Auch das Umfeld macht viel aus. Wenn zum Beispiel der Familienkreis DSDS toll findet, wird es selten der Fall sein, dass man selber die Sendung abgrundtief hassen wird. DSDS ist das, was wir daraus machen. Was genau der Sinn dieser Show ist, was sie repräsentiert, wir man nie genau sagen können. Denn es gibt auf diese Frage keine Antwort.
Ich bin mir sicher, dass es auf diesen Artikel wieder viele Kommentare dafür und dagegen geben wird, aber genau das wird dann auch bestätigen was ich eben geschrieben habe. Es ist einfach so, dass jeder einzelne seine eigene Meinung dazu hat, und es schwer oder sogar unmöglich ist, jemanden da um zustimmen. Man sollte aber trotzdem versuchen, die Meinung des anderen zu akzeptieren, auch wenn man strikt dagegen ist. Denn ein bisschen mehr Höflichkeit und Respekt (wie hier schon so oft erwähnt wurde) würde diesem Forum echt nicht schaden.
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Ich habe mal einen interessanten Aufsatz gelesen, dass RTL seine Sendungen aus dem Nachmittags-Programm (manchmal auch "Unterschichtenfernsehen" bezeichnet) in den Abend verlegen möchte, weil hier die Werbeminuten teurer verkauft werden können.
Also diese Familien-Dramen aus den Hausfrauen-Talkshows vermixt mit Musik und jungen Leuten. DSDS ist eine Mischung aus Sendungen wie "Britt", "Barbara Salesch", "Bauer sucht Frau", "Schwiegertochter gesucht" "Das Supertalent" usw. Dabei geht es natürlich nicht um irgendeine Wahrheit oder um einen besonderes talentierten Sänger, sondern um den allgemeinen Unterhaltungswert. Wenn die Geschichten aus dem (echten) Leben der Kandidaten zu langweilig sind, dann wird per Drehbuch nachgeholfen.
meedia.de/nc/details-topstory/article/der-siegeszug-der-scripted-reality_100024919.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=77&cHash=29b805a208 (am Beispiel von Annemarie)
Dass so eine Castingshow auch ohne die inszenierten Dramen auskommen kann, hat "Unser Star für Oslo" gezeigt. Aaaaaber: Da hat die ARD einen Großteil der Kosten übernommen.
Schöner Bericht, und wieder muss ich feststellen, dass wir ähnlicher Ansicht sind ;). Wenn ich in meinem Freundeskreis herumfragen würde, kämen sicherlich genauso unterschiedliche Meinungen über DSDS zusammen. Mein Bruder und mein Arbeitskollege gucken DSDS wegen Menowin - weil sie ihn toll finden. Meine Mutter würde sogar auf ein Konzert von Meno gehen (ihr Kommentar, als sie Meno bei "Billie Jean" sah).
Eine Klassenkameradin aus der Berufsschule sagte, als DSDS dieses Jahr startete, sie schaue nur die Castings - "wegen der Idioten, die sich da zum Affen machen" (wörtliches Zitat).
Letztlich hast du völlig Recht: jeder holt das aus DSDS raus, was für ihn am spannendsten/interessantesten ist.
Nach Helmuts Rauswurf sagte die Pressesprecherin von RTL etwas interessantes: "DSDS ist eine Familiensendung, die von der ganzen Familie geschaut wird". Sieht man auch immer wieder bei der "Talkbox", wenn da Mutti, Daddy, Oma, und die Kinder ihre Lieblinge anfeuern.
Mit dem kleinen, aber feinen Nebeneffekt, dass die Kandidaten, wie Menowin gestern in einem Interview sagte, nur Menschen sind und irgendwann auch an ihre Grenzen stoßen - wie uns Helmut eindrucksvoll gezeigt hat.
Ich habe übrigens eine Theorie, warum Kevin Reichmann und Olivera Brkic (ziemlich schnöde übrigens) rechtzeitig rausmussten. Beide sind - wie Menowin Fröhlich - Sinti bzw. Roma. siehe www.roma-service.at/dromablog/?p=7680
Die Älteren werden sich erinnern, dass eine Sintezza wie Sarah Kreutz immerhin ins Finale gewählt wurde. Warum? Weil sie auf die Solidaritätsstimmen der europäischen Sintis rechnen konnte.
Da aber Menowin von Dieter Bohlen für das Finale vorgesehen war, mussten die beiden anderen raus, damit sich die Sinti-Wähler auf einen Superstar-Kandidaten mit echten Chancen konzentrieren können. Der Gegen-Kandidat Mehrzad kriegt dafür die Stimmen der Leute aus türkisch/arabischen Familien. Das ist für die auch eine Art "Ehrensache".
Damit stimmt die Kasse für RTL.